Wie der Hauswart zum Facility Manager wurde – und was heute seine Aufgaben sind

Wie der Hauswart zum Facility Manager wurde –  und was heute seine Aufgaben sind

Veröffentlicht: 31.07.2020

In das Bild des Hauswarts wird noch allzu oft das klischeehafte Bild des Hausmeisters aus der Schulzeit suggeriert. Denken wir an unsere Zeit als Nutzer von Schulhof und Schulhaus, der Hauswart von gestern war gleichermassen beliebt und gefürchtet.

Der klassische Hauswart wohnte mit seiner Familie in der «Hauswart-Wohnung» des Gebäudes, für das er mit einem Hundert-Prozent-Arbeitspensum als Hausmeister die alleinige Verantwortung trug. Durch den kontinuierlichen Optimierungsdruck sind diese Zeiten in den allermeisten Fällen längst Vergangenheit. Die Optimierung des Gebäudebetriebs in Kombination mit stetig steigender Technologisierung der Gebäude und deren Infrastruktur ermöglichen einen Einsatz bei Bedarf.

Serviceleistungen anpassen

Der Trend zum Auslagern der Hauswartung an externe Facility-Management-Unternehmen wächst. Facility Management ist als gesamtheitliches Managementkonzept etabliert. Auch tragen die jüngsten Ereignisse mit den Herausforderungen und Restriktionen von Pandemie Schutzmassnahmen zu diesem Trend weiter bei. Eine stetig verstärkte flexibilisierte Nutzung von Büroinfrastrukturen wird ein erneutes Anpassen der Servicedienstleistungen, an neue Bedürfnisse noch flexiblerer gestalten. Ebenso die Anforderung an die Flexibilität der jeweiligen Stelleninhaberin und Inhaber.

Jugendschreck, Freund und gute Seele

Der Hausmeister, wie man ihn früher kannte, ist heute selten geworden. Wir erinnern uns an den Schulhauswart, der als strenger Polizist mit Sauberkeits- und Ordnungsliebe gelegentlich zum gefürchteten Jugendschreck mutierte. Als Freund beliebt, wenn er in der Sommer-Fussball-Saison das Schild «Betreten verboten» vom Rasen entfernte. Vom Hauswart wurde oft von der guten «Seele des Hauses» gesprochen, so hatte doch dieser zuweilen ein offenes Ohr für die Alltagssorgen und Bedürfnisse der Schüler oder Mieter. Der Faktor Zeit hatte einen anderen Stellenwert.

Der Facility Manager ist ein spezialisierter Allrounder

«Facility Manager» bedeutet übersetzt: Leiter von technischen Anlagen und Einrichtungen. Sein Aufgabengebiet ist umfangreich und komplex, er ist ein spezialisierter Allrounder mit einer höheren Fachausbildung. Er übernimmt Fach- und Führungsaufgaben für Immobilien und Gebäudesysteme und ist ein zentraler Ansprechpartner für die Bedürfnisse der Gebäudeverwaltung. Das beinhaltet nicht nur technische, sondern auch administrative Aufgaben der Gebäudetechnik und des Gebäudemanagements.

Ein Zeichen der Zeit ist der Anstieg der gebäudespezifischen Administrativ-Aufgaben und eine immer mehr verstärkte Anknüpfung an die Immobilienverwaltungen. Alimentiert durch die stetig steigende Digitalisierung der Prozesse und verbesserten mobilen Hilfsmittel, welche eine zeitaktuelle Übermittlung und Auswertung aller spezifischen Daten ermöglichten. Der Umstand der nahezu absoluten Transparenz im Gebäudebetrieb.

Höhere Ausbildung Facility Manager

Facility Management kann in der Schweiz einerseits an der Fachhochschule ZHAW in Wädenswil studiert werden und mit dem eidg. anerkannten Diplom ­«Bachelor oft Science ZFH in ­Facility Management» abgeschlossen werden, oder etwas praxisorientierter als die Höhere Fachausbildung zum eidg. Dipl. Facilitymanager HF. Zertifizierte Lehrgänge (CAS, MAS) auf internationaler Ebene bietet die IFMA (International Facility Management Association) oder GEFMA (Deutscher Verband für Facility Management).

Autor: Robert Gadient, Leiter Facility Management D-CH / Niederlassungsleiter
 
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