Fossil heizen ist von gestern

Fossil heizen ist von gestern

Veröffentlicht: 01.09.2018

Sonne und Holz statt Öl und Gas: Es gibt gute Gründe, beim Heizen künftig auf erneuerbare Energien, oder auf eine effiziente Kombination verschiedener Energieformen, zu setzen.

Haben Sie diesen Sommer jemals an Ihre Heizung gedacht? Wohl kaum. Diese wird erst wieder zum Herzstück eines Gebäudes, wenn sich der erste Frost ankündigt. Oder zum Gegenteil, wenn sie mitten im Winter plötzlich aussteigt. Dann aber ist es zu spät, sich Gedanken zu machen über das passende Heizsystem.

Fossil oder CO2-neutral?

Beim Ersatz der Heizung entscheiden sich viele Hausbesitzer für einen Wechsel von Öl auf Gas. Letzteres ist meist kostengünstiger. Die Kehrseite: In der Schweiz werden noch immer eine Mehrheit aller Gebäude fossil beheizt. Dabei sprechen gute Gründe für einen (teilweisen) Umstieg auf erneuerbare Energien und damit auf CO2-neutrale Heizsysteme: Sie leisten dadurch nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern sparen auch Geld.
Bei Neubauten ist ein gewisser Anteil an erneuerbarer Energie gesetzlich vorgeschrieben. Doch auch Altbauten lassen sich energieeffizient beheizen. Voraussetzung dafür ist eine gute Wärmedämmung (was bei Neubauten bereits Pflicht ist).

Alternativen zu Öl und Gas

Doch welche Alternativen zu Öl oder Gas gibt es überhaupt?

Wärmepumpe und Solarthermie: Mehr als 20 Prozent aller Neubauten werden mit einer Wärmepumpe beheizt. Viele Hausbesitzer ergänzen diese mit einer Solarthermieanlage für die Warmwasseraufbereitung.

Biomasseheizungen (v.a. mit Holzpellets betrieben) sind ebenfalls CO2-neutral. Nebst Pellets und Holz können in neueren Biomassebrennern auch Stroh und Pflanzenreste verbrannt werden (auf das Umweltzeichen «Blauer Engel» achten).

Stromerzeugende Heizung (Kraft-Wärme-Kopplung): Noch im Praxistest befinden sich Kleinstkraftwerke, die mit Brennstoffzellen anstatt Verbrennungsmotor arbeiten.

 

Wärme und Strom wachsen zusammen

Der Trend geht in Richtung hybride Systeme, indem zum Beispiel eine Wärmepumpe mit einem Spitzenlast-Wärmeerzeuger ergänzt wird (meist Gas), idealerweise in Kombination mit einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung, sowie einer Batterie und einem Wärmespeicher. Überschüssiger Solar-Strom kann auch mittels Elektrolyse und Methanisierung in Gas umgewandelt und in das Gasnetz eingespeist werden. Erdgas wird damit grüner und dient als speicherbare Spitzenlast-Energie für Nachfragespitzen im Wärmemarkt.

Die intelligente Heizung kommt

Für ein derart komplexes Zusammenspiel verschiedenster Energieerzeuger und -formen braucht es eine Heizung, die selber «mitdenkt». Dank der digitalen Vernetzung mit anderen Geräten im Haushalt kann sie wie ein gut ausgebildeter Buttler Ihre Gewohnheiten kennenlernen und zudem die Wetterprognose berücksichtigen, um Ihnen zur richtigen Zeit die benötigte Menge an Heizwärme und Warmwasser energieeffizient zur Verfügung zu stellen. Die Diskretion - sprich der Datenschutz und die Datensicherheit - sind die noch zu lösende Herausforderung auf dem Weg zu einer stärkeren Verzahnung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität.

Autor: Marcel Pfeffer, Projektleiter FM, Techniker HLK

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