Wo praktische Erfahrung auf Hightech trifft

Wo praktische Erfahrung auf Hightech trifft

Veröffentlicht: 01.08.2018

Der neuste Besen kehrt nur dann gut, wenn er auch eingesetzt wird: Darum bringen kleine praxisnahe Innovationen in der Reinigung oft mehr als der vermeintlich grosse revolutionäre Coup.

«Grossmutter fragen» ist eine gängige Strategie, um hartnäckige Flecken loszuwerden. Doch längst nicht alle «Putzgeheimtipps» stammen aus überliefertem Erfahrungswissen. Die Reinigung ist vielmehr das Feld der vielen kleinen Innovationen und Verbesserungen. Forschung trifft auf Praxis, im Haushalt und vor allem in der Industrie. «Innovationen sind in der Reinigung nicht Revolution, sondern Evolution» bestätigt Christoph Müller, Anwendungstechniker bei Honegger. Und oft basierten sie auf genauer Beobachtung. Vollmundig angekündigte Versprechen von Herstellern hingegen würden den Praxistest nur selten bestehen. «Was in der Theorie perfekt funktioniert, scheitert oft in der Anwendung». Gründe dafür können die fehlende Akzeptanz des Personals, oder ein noch unausgereiftes Konzept sein.

Praxistauglichkeit ein Muss

Weil ständige Verbesserung im harten Wettkampf in der Reinigungsbranche existenziell ist, hat Honegger bereits vor zehn Jahren eine Stelle im Qualitätsmanagement geschaffen, die die Innovation fest verankert. Dies erlaubt, Anregungen von aussen – z.B von Industriepartnern – aufzunehmen, und mit der eigenen Praxiserfahrung zu verbinden. So ist auch Honeggers vorgefeuchtetes Reinigungskonzept entstanden, bei dem die Mitarbeitenden keine Chemie mehr dosieren und beifügen müssen. «Das innovative Reinigungssystem als neuen Standard im Betrieb durchzusetzen, brauchte jedoch viel Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit», erinnert sich Christoph Müller. Heute gilt es als besonders effizient, ergonomisch, sicher und umweltfreundlich, und es setzt neue Massstäbe für die Branche.

Robotik und Big Data

Und wo entsteht Innovation heute in der Reinigung? Müller nennt die Bereiche Organisation, Logistik und Maschinen. Bei Letzteren ist die Robotik ein grosses Thema, sowie Big Data, denn wo immer eine moderne Maschine die Arbeit aufnimmt, sammelt sie Daten. In beidem sei der Praxistest noch nicht bestanden: «Die bislang von den Herstellern entwickelten Maschinen sind zu gross und zu teuer». Und auch die bereits gesammelten Daten müssten erst noch sinnvoll aufbereitet werden, um nutzbar zu sein. Auch hier dürfte der Fortschritt schrittweise erfolgen, im engen Austausch mit der praktischen Erfahrung im Betrieb.

Autor: Christoph Müller, Anwendungstechniker

 

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