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Hat sich ein Schädlingsbefall nun in einem Objekt etabliert, so hängt
die weitere Entwicklung ganz wesentlich davon ab, welche Bedingungen am
Befallsort herrschen, wobei Faktoren wie Temperatur, Nahrung,
Feuchtigkeit und Licht eine dominante Rollen spielen
Die Temperatur
Sicher hat die Temperatur eine ganz entscheidende Bedeutung für das
Leben der Schädlinge, denn entsprechend ihrer Herkunft aus wärmeren
Ländern haben die meisten dieser Tiere ein sehr hohes Wärmebedürfnis.
Hinzu kommt, dass insbesondere Milben und Insekten wechselwarme Tiere
sind, deren gesamte Lebensvorgänge von den jeweiligen Aussentemperaturen
in starkem Masse abhängen. So werden die Entwicklung, die Dauer der
Entwicklung, die gesamte Aktivität, die Lebensdauer, die Nachkommenzahl
sowie andere Kriterien von der Temperatur ganz massgeblich beeinflusst.
Interessant dabei ist, dass Insekten die Fähigkeit besitzen, über
längerer Zeiträume bei niedrigen Temperaturen in einem
Entwicklungsstadium zu verharren und erst bei steigenden Temperaturen
ihre Entwicklung fortsetzen. Aber auch Ratten, Mäuse und Tauben werden
bei einem Teil ihrer Aktivitäten z.B. Fortpflanzungsverhalten von der
Temperatur beeinflusst.
Die Nahrung
Ebenso wie beim Menschen spielt natürlich auch die Nahrung für
Schädlinge eine grosse Rolle, denn ohne Nahrungsaufnahme ist auch ein
Schädlingsdasein nicht möglich. Allerdings haben die Tiere den
entscheidenden Vorteil, dass sie in der menschlichen Umgebung, sei es
nun in einer Küche, einem Vorratslager oder im landwirtschaftlichen
Bereich, an Nahrung alles finden, was sie benötigen. Grundsätzlich kann
daher gesagt werden, dass alles, was für den Menschen an Nahrung von
Nutzen ist, auch den Schädlingen nützt, die sich ebenfalls von
Kohlenhydraten, Eiweiss und Fetten ernähren, wobei die pflanzliche oder
tierische Herkunft nicht unbedingt ausschlaggebend ist. Ein weiterer
Vorteil, der den Schädlingen zugute kommt, ist, dass selbst
Nahrungsreste für sie in vollwertiges Mahl darstellen und was für das
menschliche Auge Brotkrümel sind, kann für ein Insekt mitunter eine
Wochenration an Nahrung sein. Ferner haben Schädlinge, wie die Schabe
beispielsweise, die Fähigkeit, Wochen und Monate ohne Nahrung auskommen
zu können. Darüber hinaus sind Schädlinge vielfach nicht wählerisch, was
die Anforderung an ihre Nahrung betrifft, so kann sich die Pharaoameise
auch von Blut und Eiter ernähren. Kein Wunder also dass das
Nahrungsspektrum der Schädlinge von hochwertigen Lebensmitteln bis hin
zu Abfällen und menschlichen Ausscheidungen reicht.
Die Feuchtigkeit
Zweifellos hat die Feuchtigkeit im Leben der Schädlinge weniger
Bedeutung als Temperatur und Nahrung, vernachlässigt werden darf sie in
diesem Zusammenhang allerdings nicht. Wenn auch viele Schädlinge an
niedrige Feuchtigkeit und Wassermangel adaptiert sind, gibt es wiederum
andere Arten, die sehr viel Feuchtigkeit benötigen. Grundsätzlich kann
festgestellt werden, dass sich geringe
Feuchtigkeit insbesondere bei Insekten eher hemmend auf die
Lebenstätigkeit auswirkt. Zunächst
muss aber differenziert werden, ob es sich um die relative Luft- oder um die
Substratfeuchtigkeit handelt. Extrem dünnhäutige Insekten wie
Silberfischchen, aber auch Spinnentiere wie Milben, brauchen in der
Regel eine sehr hohe relative Luftfeuchte, so dass Silberfischchen bei
30% relativer Luftfeuchte bereits verenden und bei 75% ein Optimum
haben. Ebenso wird bei Motten die Dauer der Entwicklung der Eier von der
relativen Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Der Getreideschimmelkäfer
beispielsweise kann sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 20%
überhaupt nicht mehr entwickeln, während sich die Milbe bereits bei 60%
relativer Luftfeuchte nicht mehr entwickeln kann. Kein Wunder also, dass
Feuchtigkeitsabweichungen unterhalb und oberhalb des optimalen Bereiches
vom Schädling sehr schnell registrieret werden, was in der Regel zur
Folge hat, dass die Tiere versuchen, in die optimalen Bereiche
zurückzukehren. Milben sind in Verbindung mit einer kurzen
Generationsdauer sogar in der Lage, an ökologisch günstigen Stellen
innerhalb kürzester Zeit zu sehr hohen Populationsdichten selbst auf
engstem Raum zu gelangen. Wie zuvor erwähnt, ist neben der
Luftfeuchtigkeit ebenfalls die Substratfeuchte selbst zu
berücksichtigen. Denn eine zu geringe Substratfeuchte kann Nahrung für
Schädlinge ungeeignet machen, da sie für die Kauwerkzeuge zu hart ist.
Darüber hinaus ist eine zu geringe Substratfeuchte auch für die
Entwicklung vieler Schadinsekten beeinträchtigend. Mäuse hingegen
brauchen kein Wasser aufzunehmen, solange die Substratfeuchte der
Nahrung 14% beträgt.
Das Licht
Zwar hat das Licht neben Temperatur, Nahrung und Feuchtigkeit absolut
die geringste Bedeutung, dennoch gibt es diesbezüglich Fakten, die nicht
unerwähnt bleiben sollten. Auch hier können wieder beispielhaft Motten
angeführt werden, die sowohl bei ihrer Flugaktivitäten nur bestimmte
Zeiten in Frage kommen. Schaben können auch wenn von Temperatur, Nahrung
und Feuchtigkeit optimale Bedingungen vorherrschen, nur dort existieren,
wo sie die Möglichkeit haben, sich in dunkle Refugien zurückzuziehen.
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